Der Name
Als die Alemannen den Kanton Uri besiedelten, liess sich
mitten im Schächental, da wo sich heute Spiringen befindet, die
Sippe des Spiro nieder. Diese rodete dort den Wald. Daraus
entstanden dank dem fruchtbaren Boden schöne Alpweiden.
Spiringen erhielt also seinen Namen von der Sippe des Spiro.
Das Wappen
Der geharnischte Krieger im Spiringer Wappen soll wohl
aufzeigen, dass die Einwohner seit jeher einen kräftigen und
wehrhaften Menschenschlag bildeten. Im Wappen steht ein Gelb auf
grünem Fusse geharnischter Helebarter. Das Wappen entspricht dem
des Geschlechts der "Arnold", einem der bedeutendsten der
Gemeinde. Dieses stammt der Überlieferung nach von dem freien
Bauerngeschlechte derer von Spiringen ab, die 1275-1321 unter
den Ersten des Landes auftreten.
Die Geschichte des Dorfes
Das Schächental soll erstmals schon von den Römern in
vorchristlicher Zeit erschlossen worden sein. Darauf deuten die
zahlreichen Sagen von Heidenleuten und Ortsbezeichnungen wie
Heiden-stein, Heidenhüsli, Heidenmätteli usw. Daraufhin dürften
wohl die Alemannen gekommen sein, unter anderem die Sippe des
Spiro, die sich im heutigen Spiringen niederliessen. An die
Alemannenzeit erinnern die zahlreichen Ortsbezeichnungen mit
-ingen. Um ca. 650 wurde das Schächental dann christianisiert.
Schon im Jahre 1275 beteiligten sich die Spiringer im Streite
zwischen Uri und dem Kloster Engelberg am Friedensschluss.
1290 stifteten die Bewohner des Schächentals in Spiringen eine
St. Michael Kapelle, was durch den Stiftungsbrief vom 29. März
1290 belegt ist. Diese Stiftungsurkunde zählt übrigens zu den
wichtigsten Dokumenten der jungen Eidgenossenschaft. Diese
Kapelle wurde aber weiterhin von Bürglen aus bedient.
Die Spiringer hielten des weiteren beim Frieden mit Zürich
Geiseln, sandten Abgeordnete zu den Friedensverhandlungen mit
Graf Friedrich von Toggenburg und halfen den Bundesvertrag von
Brunnen (1315) zu beschwören.
Anno 1495 wurde eine spätgotische Kirche gebaut. Daher
verwundert es nicht, dass sich die Spiringer am 22. Juni 1591
gänzlich von der Mutterpfarrei (Bürglen) lösten. Im 15./16.
Jahrhundert entstanden auch eine Anzahl malerischer Häuser, die
heute noch die Zierde der Gemeinde bilden.
Im Jahre 1576 wurde die Getschwilerkapelle bei Urigen erbaut.
Diese wurde 1858 erneuert und 1911/12 sowie 1995/96 renoviert.
Bei der Häusergruppe Witerschwanden baute man im 17. Jahrhundert
eine Antoniuskapelle. 1796 wurde die Pfarrkirche barockisiert.
Drei Jahre später, 27./28. September 1799, streifte General
Suworow mit seinen 20'000 Mann die Gemeinde Spiringen, als er
über die Kinzigkulm ins Muotathal marschierte. 1887 verschüttete
ein Bergsturz eine Anzahl Häuser in Spiringen und begrub sieben
Personen unter seinen Trümmern. 1950/51 wurde die heutige St.
Michaels-Kirche erbaut, deren Turmspitze bis weit ins Tal hinaus
zu sehen ist. 1974 wurde schliesslich das neue Kreisschulhaus
fertiggebaut.
|